Ein SF-Autor, mit dem ich hadere: William “Bill” Gibson

Quelle: Bild von Google DeepMind auf Pexels

Ich hadere mit William Gibson. Ich finde seine Ideen grandios, seine Sujets sind wunderbar, die Figuren interessant und kaum jemandem gelingt es wie ihm, relevante Themen Jahrzehnte, bevor sie wirklich aufkommen, aus dem Hut zu zaubern. Selbst wenn seine Romane in der Gegenwart angesiedelt sind, fühlen diese sich an wie eine parallele Near-Future-Realität.
Doch ach!

Obwohl ich Vielleser bin und vor kaum etwas zurückschrecke, halte ich William Gibsons Romane für fast unlesbar. Um ehrlich zu sein bin ich bereits nach einigen Seiten hundemüde und weiß gar nicht, ob ich genügend verstanden habe, um weiterzulesen. Ich wünschte mir seit etlichen Jahren, jemand übersetzte Gibson erst einmal in „lesbar“, generierte für mich eine Klartextfassung, bevor es ins Deutsche übertragen wird.
Herrje! Bin ich mit diesem Eindruck allein? 😩

Offenbar nicht. Viele Leserinnen und Leser berichten genau das Gleiche: Gibsons Bücher gelten als visionär, aber auch als sprachlich dicht, verschachtelt und manchmal geradezu kryptisch. Besonders Neuromancer hat den Ruf, ein Kultroman zu sein, der seine Leser gleichzeitig begeistert und überfordert. Reddit-Threads sind voll von Geständnissen à la „Ich musste jede Seite zweimal lesen“ oder „Ich liebe die Ideen, aber der Text ist so kompakt wie gefrorenes Gletschereis“.

Sein Stil ist bewusst fragmentarisch und atmosphärisch. Anstatt dem Leser alles zu erklären, wirft Gibson ihn mitten ins Geschehen – ohne große Einführungen in seine Welt, seine Technologie oder die politischen Systeme, die darin wirken. Manche finden genau das großartig, weil es den „Vibe“ seiner Zukunftsentwürfe transportiert.

Ich bin also nicht der Einzige, der daran verzweifelt. Es gibt sogar den Tipp, mit den neueren Romanen wie The Peripheral oder Agency einzusteigen, die als etwas zugänglicher gelten. Alternativ kann man sich begleitende Sekundärtexte oder Zusammenfassungen suchen, um leichter in die Gibson’schen Welten abzutauchen.

Fun Fact:
Ich habe “Peripherie” (”The Peripheral”) bereits zwei mal angefangen und wieder abgebrochen, fühle mich überfordert, wahlweise dumm, je nach Tagesform. Und wer sind all diese Heerscharen von Menschen? Dabei gilt es als eines seiner “leichter zu lesenden” Bücher – Grundgütgiger!


Mehr über SF & Gibson: Blogbeitrag “Die Zukunft” und Blogbeitrag “Chrom brennt” (Gibson Kurzgeschichte)

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