Bücher, die ich niemals schreiben werde VII
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Im Winter des Jahres 1287, als Schnee wie Leichentuch über der Eifel lag und selbst die Wölfe das Heulen einstellten, erreichen der gelehrte Mönch Ardenred und sein junger Adept Horn das abgelegene Benediktinerpriorat St. Taphan. Ein Ort des Schweigens, des Gebets – und der Dinge, die man besser verbrannt hätte.
Hinter seinen frostigen Mauern bewahrt der Konvent Schriften, für deren bloße Existenz andernorts Scheiterhaufen errichtet wurden: syro-koptische Traktate voller verbotener Kosmologien, abgegriffene Pergamente mit Anrufungen fremder Engelschöre, heimliche Abschriften aus dem Liber Razielis und rätselhafte Diagramme, deren Kurven und Linien den Verstand verwirren. Ein mittelalterliches Archiv voller Ärgernisse Gottes.
Doch während Ardenred nach Erkenntnis sucht und Horn noch glaubt, Bücher seien harmlos, zieht ein Unstern über das Land. Die Erde wandert durch seinen Schweif – und mit ihm erwachen die Toten in ihren Gräbern. Nicht als jammernde Schatten, nein: zornig, hungrig und frei von jeder christlichen Nächstenliebe. Und unter dem Klosterboden regt sich etwas, das älter ist als jede Liturgie.
Nun müssen Ardenred und Horn entscheiden, ob sie die verbotenen Schriften nutzen und damit womöglich die göttliche Ordnung retten – oder gerade noch weitaus finsterere Mächte entfesseln – solche, die seit Anbeginn der Zeit an den Toren der Hölle kratzen, um Auslass begehren.
Ein düsterer Historienroman über Glauben, Wissen und die uralte Wahrheit, dass manches Buch aus gutem Grund verboten wurde. Und manches Eifel-Kloster zu recht nicht mehr existiert.
„Wer “Der Name der Rose” gelesen hat spürt intuitiv: Wulfred Dorsts neuester Roman darf definitiv bei keiner Bücherverbrennung fehlen!“