Lesen: Digital oder Analog?
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Da ich nicht nur Fantasy-Autor bin, sondern auch Science-Fiction-Autor, war es für mich absolut selbstverständlich, mir irgendwann einen E-Book-Reader zuzulegen. Bücher sind ja nun wirklich keine platzsparenden Datenträger, und meine Regale platzten (in der alten Wohnung) schon lange aus allen Nähten. Also habe ich irgendwann den Cut gemacht, meine Bestände radikal reduziert und bin komplett aufs digitale Lesen umgestiegen – ich hatte ja auch meine LPs und Audiocassetten aufs Abstellgleis geschickt. Anfangs war das ein großartiges Gefühl: leicht, kompakt, und ich hatte meine ganze Bibliothek immer dabei. Doch mit den Jahren habe ich gemerkt, dass mir das Lesen weniger Freude bereitet. Zuerst dachte ich, klarer Fall, Social Media hat meine Aufmerksamkeitsspanne zerschossen – das typische Doomscrolling, der ständige Reizwechsel. Doch jetzt, da ich Social Media fast vollständig aus meinem Leben verbannt habe, will ich mal schauen, ob das Lesen wieder anders wird.
Vor kurzem hatte ich dazu ein aufschlussreiches Gespräch mit einer Kollegin. Wir standen zusammen in der Kaffeeküche, und sie erzählte mir ganz beiläufig, dass sie natürlich auch einen E-Book-Reader habe und darin lese. Aber: Alle Bücher, die sie darauf gelesen habe, hätten keine bleibenden Spuren hinterlassen. Keine Geschichten, die hängen geblieben sind, keine Sätze, die sich eingebrannt hätten. Erst bei Büchern aus Papier, mit Haptik, Geruch und dem echten Umblättern, würden sich Inhalte bei ihr festsetzen. Das hat mich überrascht – und auch ein bisschen beunruhigt. Ich frage mich seither: Ist es bei mir genauso? Haben die letzten Jahre E-Books mein Leseerlebnis still und leise verflacht? Oder liegt es doch an anderen Dingen?
Was denkt ihr? Geht euch das ähnlich? Bleiben euch digitale Bücher weniger im Gedächtnis als analoge?
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