Mein Lieblings-SF-Autor: Iain Banks
Bildquelle: Midjourney
Iain M. Banks war ein unglaublich vielseitiger Schotte: Er hat Philosophie, Englisch und Psychologie studiert, war Gärtner und Techniker – und schlug dann mit “The Wasp Factory” von 1984 ein, bevor er unter dem Namen Iain M. Banks ab 1987 seine bahnbrechende Kultur-Reihe startete. In zehn Romanen bis 2012 entwarf er eine postknappheits‑Utopie, die seine politische und philosophische Neugier vereinte.
Die Kultur beschreibt eine anarchistisch-sozialistische Hochzivilisation, in der KI‑„Minds“ das Leben organisieren, Geld, Mangel und körperliche Beschränkungen abgeschafft sind, und Menschen und Drohnen vollkommen frei leben können.
Banks war fasziniert von dieser Idee einer Gesellschaft, in der unbegrenzte Möglichkeiten zugleich ethische und politische Dilemmata erzeugen – insbesondere durch Agenten wie „Contact“ oder „Besondere Umstände“, die sich in fremde Kulturen einmischen, um die Werte der Kultur durchzusetzen.
Was die Kultur so besonders macht, ist diese Mischung aus anarchischer Freiheit, megalomanisch-futuristischer Technik und tiefen moralischen Fragen: Man fliegt in Orbitale, wandelt Körper, spielt Gott – und muss dann entscheiden, ob man in andere Zivilisationen eingreift, Krieg führt oder ethisch neutral bleibt. Der Humor ist schwarzhumorig, der Blick gesellschaftskritisch.
Unter den deutschsprachigen Titeln stechen besonders drei Romane hervor:
Das Spiel Azad (Original: The Player of Games; 1988), ein eleganter Einstieg mit Gesellschaftskritik, in dem ein Profi‑Spieler die Machtstruktur eines Imperiums sprengt. Auch Bedenke Phlebas, Blicke windwärts sind enorm beliebt.
Iain M. Banks hat mit seinem Kultur-Zyklus ein Universum geschaffen, das in jeder Hinsicht eine positive Utopie ist. Die Gesellschaft wird von einem Rat von KIs gesteuert. Konstrukte (KIs) haben den Status von Personen. Die Freiheit jedes Einzelnen ist maximal, die Leben sind lang und unbeschwert. Während ihrer Lebensspanne haben die Bewohner der Kultur mehrere Geschlechtswechsel (wenn sie möchten), Krankheit, Mangel jeder Art, Diskriminierung oder Hass/Rassismus sind nicht einmal mehr Erinnerung.
Meiner Meinung nach gibt es keinen “besten” Kultur-Roman. Alle zusammengenommen bilden sie die Facetten einer Art zu leben ab, von der wir leider viel zu weit entfernt sind.